Aktuelles


Informationsveranstaltung zum Asylrecht am 7.März 2017

Am 7.März 2017 fand im Evangelischen Gemeindehaus in Endersbach eine sehr informative Veranstaltung für Ehrenamtliche und Asylbewerber zu wichtigen, aktuellen Fragen des Asylrechts statt. Die Stadt Weinstadt hatte zusammen mit dem Verein zur Förderung von Integrationsprojekten und dem Freundeskreis Asyl Weinstadt hierzu eingeladen. In drei aufeinander folgenden Blöcken, zunächst für Asylbewerber mit Dari oder Farsi als Muttersprache, dann für Arabisch sprechende und schließlich für Englisch sprechende Personen, erläuterte Rechtsanwalt Kugler wesentliche Stationen im Asylverfahren. Es kamen Themen wie Aufenthaltstitel, Bescheide vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die entsprechenden Widerspruchs-, bzw. Klagemöglichkeiten zur Sprache, aber auch die freiwillige Rückkehr, das Abschiebungsverbot und vieles mehr.

 

Die teilnehmenden Ehrenamtlichen und Asylbewerber, insgesamt etwa 80 Personen, hatten genügend Gelegenheit, weitere Punkte anzusprechen oder zu den vorgetragenen Punkten Nachfragen zu stellen.

Um eine gute Verständigung sicherzustellen, hatten die Veranstalter für die drei Blöcke Übersetzer einbezogen.

 

Allen Beteiligten sagen wir an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön.

 

Dietrich Kunze, FK Asyl Weinstadt


"Überlebensgeschichten" im Haus der Geschichte

Seit Sonntag, 19.2.2017 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in

 

Stuttgart die Ausstellung „Überlebensgeschichten von A bis Z - 19. Februar 2017 bis

 

8. April 2018“. (https://www.hdgbw.de/ausstellungen/flucht-abc/)

 

Die Qualität dieses Museums ist es, die Auswirkungen der großen geschichtlichen

 

Ereignisse anhand der „kleinen“ Geschichten der betroffenen Menschen zu zeigen. So auch in dieser Ausstellung. Es werden Geschichten und Gegenstände von 26 geflüchteten Menschen gezeigt, die einen kleinen Einblick in ihre Schicksale gewähren. U.a. ist auch ein ehemaliger Bewohner vom Heuweg beteiligt.

 

Zur Ausstellungseröffnung ist eine Gruppe mit 5 Personen hingefahren. Mitwirkende der Ausstellung haben berichtet und es gab iranische Musik. Tenor der nachdenklichen Reden war, dass es trotz aller Probleme keine Alternative dazu gibt, dass die Menschen einander zu gewinnen trachten. Nur dann können wir miteinander lachen, weinen, feiern,…… leben.


Liedertheater „Der Löwe lacht“

 Am Donnerstag, 17. 11. haben 15 Kinder vom Cabrio das Liedertheater von Vladislava und Christof Altmann „Der Löwe lacht“ in Beutelsbach im Stiftskeller besucht.

Begleitet wurden sie von einigen Müttern und den ehrenamtlichen Helferinnen Ingrid, Renate, Jwanita, Martina und Gisela.

Die Kinder waren mit Spannung dabei und haben super mitgemacht und mitgeklatscht.

Alle - Kleine und Große - haben viel Spaß und Freude gehabt. Das Liedertheater wird vom Jazzclub Armer Konrad veranstaltet. Von ihnen

und von Altmanns wurden wir eingeladen.

Doch jedes Kind hat ganz stolz 1 Euro an der Kasse bezahlt.

Nach der Vorstellung durften wir gemeinsam mit dem Zirkusdirektor ein Foto machen.

Dann hat er uns noch eine CD mit den Liedern, die wir gehört hatten und das Liederbuch dazu geschenkt.

Es war ein besonderes Erlebnis.

 


Ausflug ins Sensapolis

Judith Herlemann und ich, Irene Seiler, waren am Samstag, 08.10.2016, mit Alexander, Ronny und Fadi sowie meinen zwei Enkeln Emil und Matti + Cousin Lars im „Sensapolis“ in Sindelfingen. Allen hat es sehr gut gefallen, sie haben von den vielseitigen Spaß- und Sportangeboten im Indoorpark ausgiebig Gebrauch gemacht.

 

Die drei Eintrittskarten für die syrischen Jungs hat das „Sensapolis“ gespendet, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken.

 



Besuch im Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart

 Unter der Überschrift „Deutschland kennenlernen“ besuchten 17 Geflüchtete und 3 vom Freundeskreis Asyl am 15.7.2016 das Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart.

Wir bekamen dort eine sehr eindrückliche Führung geboten, die auf großes Interesse stieß. Wie viel Not, Krieg und Ungerechtigkeit das Volk in Deutschland in den letzten 200 Jahren erleiden musste, bis es zu unserer jetzigen freiheitlichen Demokratie kam, seit 71 Jahren; es ergaben sich manche Assoziationen zu den Zuständen in den verschiedenen Herkunftsländern von Afghanistan bis Westafrika.

Rainer Henning


VHS - Workshop ‚Ins Gespräch kommen... Blickwinkel kennenlernen...Gemeinsame Teilhabe gestalten’ am 2.Juni 2016

„Jetzt findet für mich gerade Integration statt“. Mit diesen Worten brachte einer der Teilnehmer aus Syrien die Stimmung des Workshops auf den Punkt. Zum ersten Mal trafen sich Asylbewerber und Ehrenamtliche zu einem Austausch über Kommunikation und Integration. Dabei kamen viele Sorgen, Ängste, Wünsche zur Sprache. Auch die gegenseitige Wertschätzung kam deutlich zum Ausdruck.  Mit kurzen, spielerischen Begrüßungsrunden schufen die beiden Moderatorinnen, Frau Stelzel und Frau Pester eine lockere Atmosphäre, zu der ganz wesentlich Frau Saleh und Frau Kodr beitrugen, die als Übersetzerinnen halfen. Vor allem das Thema Sprachkompetenz: Eine Gruppe malte auf ihr Ergebnisplakat einen Schlüssel und erläuterte dazu, dass das Erlernen der Sprache der alles entscheidende Schlüssel für eine gelingende Integration ist. Alle Teilnehmer gingen nach vier Stunden intensiver Begegnung voller Tatendrang und Zuversicht nach Hause.

 



Gründung des „Vereins zur Förderung von Integrationsprojekten, Weinstadt“

Am Montag den 20. Juni 2016 haben 22 Frauen und Männer, überwiegend Mitglieder des Freundeskreises Asyl Weinstadt, den „Verein zur Förderung von Integrationsprojekten, Weinstadt“ durch eine Gründungsversammlung gegründet.

 

Der Verein soll sich aktiv der Integration von geflüchteten Menschen in den vielfältigsten Formen annehmen. Er soll Integrationsprojekte anregen, initiieren und den dafür notwendigen organisatorischen und finanziellen Rahmen bieten. Die Arbeit des Vereins wird aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, öffentlichen Zuschüssen und Projektgeldern finanziert.

 

Im neuen Verein können Einzelpersonen und Familien, Deutsche und Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, insbesondere Flüchtlinge Mitglied werden, sowie Organisationen, die die Arbeit des Vereins unterstützen.

 

Als erste Projekte plant der Verein ein internationales Kinderfest während den Schulferien im Weinstädter Stadion, die Gründung einer Videogruppe, in der insbesondere Flüchtlinge mitarbeiten sollen und den Bau eines „Integrationshauses“ zusammen mit Flüchtlingen, das später als Begegnungsstätte dienen soll. Die direkte Einbeziehung von Flüchtlingen in Projekte wie z.B. beim Bau des Integrationshauses fördert die Gemeinschaft und ermöglicht Begegnungen.

 

In den Vorstand wurden gewählt:

 

·         Rainer Bliesener als 1. Vorsitzender

 

·         Miriam Ehret und Uli Mack als stellvertretende Vorsitzende

 

·         Lothar Holzwarth als Schatzmeister

 

·         Reinhard Bihlmeyer als Schriftführer und

 

·         Susanne Sauter-Kissel, Marianne Siegle und Evelyn Oltmanns als Beisitzerinnen

 

Die Eintragung ins Vereinsregister und die Gemeinnützigkeit werden derzeit beantragt.

 

 

 

Rainer Bliesener

 

 

 

Pakistani vom Schönbühl bei Daimler

Am Dienstag, dem 31.Mai 2016 sind wir mit 19 Pakistani, Schönbühl und 3 Begleitern zu einer Betriebsführung zu Daimler nach Sindelfingen gefahren. Da so früh noch kein Shuttlebus fuhr, holten wir die Männer ab und stiegen in Beutelsbach in die S-Bahn. Nach ausreichender Erklärung haben sie selbst die Gruppentickets nach Böblingen gelöst.

Am Daimler Kundencenter wurden wir abgeholt und einer Führung zugeteilt. Die Pakistani betraten hier eine neue ihnen unbekannte Welt. Dergleichen hatten sie noch nie gesehen, denn in Pakistan gibt es nicht viele Fabriken. Dank der Übersetzung von Efraim Romeil konnten die Männer mit Kopfhörern alles auf Urdu hören.

 Nach der Führung von 2,5 Std. waren wir von Dr. Haasis, Abteilungsleiter bei Daimler, eingeladen. In einem Konferenzraum, bestückt mit Brezel und Getränken, begrüßte er jeden der Männer einzeln und hieß sie willkommen.


 Als erstes erzählte Dr. Haasis aus seinem Leben, wie aus einem schlechten und lustlosen Schüler zuletzt ein verantwortungsvoller Daimlermitarbeiter wurde. Anschließend ging er auf die aktuelle Situation der Männer ein, sprach über die Notwendigkeit von Zielen und mögliche Wege dahin. Bei allem betonte er die Wichtigkeit der deutschen Sprache und das Durchhalten auch in schwierigen Situationen. Das tat er, selbst Vater von 4 Kindern, alles in einer so verständnisvollen und wertschätzenden Art, dass ihm die Männer konzentriert und z.T. mit leuchtenden Augen zuhörten.

 Die Sekretärin von Fr. Haasis, stellte dann mögliche Praktika incl. Deutschunterricht bei Daimler vor. Um daran teilzunehmen zu können, erfüllen die Männer aber noch nicht die Voraussetzungen. Sie war aber so begeistert von der Gruppe, dass sie ganz spontan vom Werdegang ihrer Eltern mit nichtdeutschen Wurzeln erzählte um den Männern Mut zu machen.

 Dies alles war nur möglich, weil Efraim Romeil auch hier die ganze Zeit übersetzte.

Dr. Haasis bot den Männern einen konkreten Besuchstermin auf dem Schönbühl an um detaillierter mit ihnen reden zu können. Zum Abschied umarmte er jeden von ihnen. Durch seine Herzlichkeit hatte Dr. Haasis die Herzen der Männer erreicht. Sie bedankten sich immer wieder .

Dieser Tag wird für alle unvergesslich bleiben.

Gaby Heidrich


" Willkommen im Ländle" Besuch bei der Schnaiter Familie Schnabel am 8.April 2016

Eine erste schöne Begegnung mit Dauda und Mansur -- zwei Flüchtlingen aus Gambia

Wie man an den Bildern schon sehen kann, war es ein schöner Abend der Begegnung, des Austausches und des Kennenlernens.

Bilder sprechen oft mehr als viele Worte!

Über alle Sprachbarrieren hinweg, wurde an diesem Abend gemeinsam gekocht, gespielt, gelacht und sich über Land und Leute ausgetauscht.

Gemeinsam mit unseren Kindern suchten wir im Atlas nach Gambia und Dauda und Mansur erzählten uns von ihren Familien und berichteten uns über die allgemeine politische Situation im Land und ihrer Flucht.

Nachdem die beiden gegangen waren, sagte unser Sohn ganz spontan: "Es war schön, dass die beiden da waren.“

Und er sprach uns damit aus der Seele, auch wir würden uns freuen weiterhin in Kontakt zu bleiben.

 



Besuch Kloster Lorch am Samstag, 30.4.16

 23 Personen besuchten das Kloster Lorch. Es war eine buntgemischte Gruppe mit Menschen aus Syrien, Pakistan, Namibia und Deutschland. Frauen, Männer und sieben Kinder, sogar ein Ungeborenes waren dabei. Wir waren eingeladen vom Freundeskreis des Klosters Lorch, die den Eintritt, die Führungen und das Kaffeetrinken sponsorten. Herzlichen Dank für diese Großzügigkeit.

 Wir fuhren mit 5 Privat-PKW hin, erkundeten das Gelände und setzten uns zum Kaffeetrinken in die Sonne.

 Dann erlebten wir die erstaunlichen Künste der Greifvögel der Falknerei mit viel oohhhh und aahhh. Nicht nur die Kinder hatten ihren Spaß.


Danach war eine englisch-deutsche Führung durch das Kloster. Das über 900 Jahre alte Gebäude aus der Zeit der Stauferkaiser beeindruckte, gehörte es doch zum Zentrum der damaligen Macht in ganz Europa. Das Kloster war Grabstätte der Staufer-Familie, Gebetsstätte und Ort der Gelehrsamkeit. Die Schreibstube war berühmt. Die teilweise analphabetischen Mächtigen bedienten sich der lesekundigen Mönche. Es war eine Herausforderung zu erklären und zu verstehen, was ein Kloster ist. Leichter war es, beim Anschauen des riesigen Staufer-Rundbildes aus dem Jahre 2002 einige stauferische Geschichten zu erzählen.

In der großen Klosterkirche war wichtig festzustellen, dass christlicher und islamischer Glaube verschieden sind, es deshalb aber niemals zu Hass und Krieg kommen darf. Dazu passte die Information, dass Kaiser Friedrich II auf seinem Kreuzzug 1228/29 in einem Friedensvertrag mit dem Jerusalemer Sultan al-Kamil den freien Zugang zu den christlichen Stätten erreichte, ohne jegliches Blutvergießen.

 Rainer Henning


Grillfest am 24.4.2016

Mit den Beteiligten an der Weinstadt-Putzete im März gibt es an diesem Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr ein kleines Grillfest. Am Waldrand auf dem Schönbühl. Es sind die Tage des Kälteeinbruchs. Wer denkt bei der Planung eines Grillfestes im Frühling an so etwas. Gott sei Dank ist es trocken – so trotzen wir der Kälte, zünden ein großes Feuer an. Wir stellen uns nahe zusammen und wärmen uns.

Jede und Jeder, der wollte und konnte, hat einen Salat mitgebracht – es wird ein internationales Buffet. Lecker und vielseitig. Rinderwürstchen, Geflügelfleisch, auch Schweinswürstchen werden gegrillt, Stockbrot gemacht.

Etwa 25 Personen sind gekommen, und wir spüren die Fremdheit, die Sprachbarriere. Die Kinder helfen uns, trotzdem in Kontakt zu kommen, auch das gemeinsame Aufbauen und die ersten Ergebnisse der Deutschkurse lassen eine Gemeinschaft entstehen.


Und als wir dann Lieder zur Gitarre singen, wird die Stimmung fast gut. Nur fast: denn der Wind bläst kalt. Schon nach etwa 2 Stunden müssen wir das Fest beenden. Einige äußerten den Wunsch, es zu einer wärmeren Zeit zu wiederholen.

Rainer Henning


Musikalisch-literarische Lesung im Stiftskeller


Werksbesichtigung bei Daimler Sindelfingen

Um 11.30 Uhr fuhren wir mit dem Bus der Firma Dannenmann das erste Heim auf dem Schönbühl an, danach gings weiter zum Rathaus Beutelsbach, dann nach Großheppach, wo die Bewohner des Heuwegs zustiegen. Zuletzt gings dann nach Endersbach, wo dann auch schon einige Bewohner des Heims der Birkel-Straße auf uns warteten. Unsere Reise hätte Richtung Sindelfingen starten können....wenn da nicht ein technisches Problem unseren Bus ereilt hätte. Nun gings nochmal zurück zur Firma Dannenmann und wir durften in einen noblen 4-Sterne-Bus umsteigen. Die Fahrt konnte nun endlich mit 19 Personen, davon 4 Betreuern, losgehen Trotz aller zeitlichen Verzögerungen pünktlich am Mercedes-Benz-Kundencenter angekommen, betraten wir bald darauf die Mercedes-Hallen, wo dann auch gleich die neuesten Modelle bestaunt werden konnten. An einem Fahr-Simulator wurden dann mit viel Spaß einige Rennen gefahren. Nach einem informativen Film in englischer Sprache mit vielen Fakten und Zahlen zur Firma Daimler gings mit dem Werksbus weiter zu verschiedenen Prouduktionsstätten. Wir sahen nur wenige arbeitende Menschen, dafür umso mehr Roboter in allen Größen, die teilweise in rasender Geschwindigkeit Fahrzeugteile transportierten und zusammenfügten. Nachdem uns unser Werksführer die einzelnen Modelle insbesondere die teuersten Fahrzeuge vorgestellt und deren Preise genannt hatte, überkam den einen oder anderen doch ungläubiges Staunen, wieviel Geld doch manche Menschen für ein einziges Fahrzeug bezahlen können. Nach vielen interessanten Informationen zur Produktion und Verkauf der Fahrzeuge gings dann nach ca. 2 Stunden wieder zurück zu unserem Bus. Mit vielen neuen und motivierenden Eindrücken traten wir dann die Heimreise an. Hungrig aber zufrieden wurden alle Teilnehmenden wieder in Weinstadt verteilt. Es war ein toller Tag, der für die meisten bestimmt unvergessen bleibt.

Wir bedanken uns herzlich bei der Firma Dannenmann, bei unserem Busfahrer Herrn Aber Ahmetaj, sowie bei Herrn Christof Blank, die uns diesen Ausflug ermöglicht haben.

 

Veronika Nübel



Müllsammeln in Weinstadt

Mit den derzeit ca. 590 Flüchtlingen kommen Angehörige fremder Kulturen in unsere Stadt. Und für die Flüchtlinge ist Weinstadt fremd. Das Fremde bleibt nicht fremd, wenn man es kennenlernt. Das geht nur in Begegnungen. In Augenhöhe. Helfen ist nötig aber noch keine Augenhöhe.  Am Samstag, 19.3.2016 war gute Gelegenheit der Begegnung: Die Weinstadt-Putzete. Wir vom Freundeskreis Asyl Weinstadt haben die Bewohner der Heime eingeladen, mitzuhelfen. 26 Personen haben die von der Stadt gestellten Handschuhe angezogen. Sind mit blauen Müllbeuteln bewaffnet losgezogen und haben viel Müll aus der Landschaft gesammelt. In kleinen Gruppen zusammen mit Einheimischen.

Beim Thema Müll prallen ja auch Kulturen aufeinander: die einen Mitbürger genießen ihre Freiheit und werfen Abfall einfach herum. Die anderen sammeln, trennen und entsorgen den Müll, wie es vorgeschrieben ist. Bei so einer Putzete ist Gelegenheit, zu staunen und sich zu ärgern über den Unverstand mancher Menschen.


Und es nicht dabei zu belassen, sondern es wieder sauber zu machen.
Einmal im Jahr ist es zumutbar; gemeinsam mit anderen. Hier geht es nicht nur allein um sauber machen – hier machen Menschen eine äußerst sinnvolle Sache gemeinsam. Solche Arbeit macht Spaß. Man kommt ganz leicht in ein Gespräch. Teilweise mit englischen Brocken. Mit Händen und Füßen. Es wird  gelacht. Am Ende gibt es ein kräftiges Vesper beim Feuerwehrgerätehaus in Beutelsbach. Man wünscht sich öfter mal so eine zwanglose Begegnung.  Übrigens ist so eine Putzete auch in syrischen Städten bekannt. Und eine ruandische Frau berichtete, dass bei ihnen einmal im Monat so eine Aktion stattfinde. Dort liege viel weniger Müll herum als in Deutschland.
Dabei ist die Begegnung der verschiedenen Kulturen nicht nur einfach. Viele Missverständnisse passieren und Ärger. Zum Beispiel mit den verschiedenen Zeitempfindungen: In Deutschland ist es nötig, sich pünktlich an die Zeiten zu halten, die ausgemacht werden. Weil unser Leben sehr mit Terminen ausgefüllt ist. Viele leiden sogar darunter.  In anderen Ländern ist es völlig anders: Zeit ist jetzt, und ich nehme mir sie, besonders, wenn es eine wichtige Sache ist, die ich tue. Feste Termine sind dann irgendwie nicht so drängend und wichtig.  Zur Putzete hatten sich eigentlich über 50 Menschen angemeldet, gekommen sind (zu so früher Zeit 08:15 Uhr) etwa die Hälfte. Die Kunst der Begegnung besteht darin, den Frust über die Unpünktlichkeit auszudrücken ohne den anderen zu missachten. Vielmehr zu lernen, dass Zeit auch was anderes ist ein Hamsterrad aus Terminen. Ausländer und Deutsche: Wir alle müssen die Angst vor dem Fremden überwinden. Wir alle müssen einander gewinnen anstatt uns frustriert einander zu missachten. Es ist ein Abenteuer.          

Rainer Henning


"Willkommen im Ländle" zum erstem Mal mit Bewohnern des Schönbühls

Gestern Abend konnte man entweder Fasching feiern oder – so wie wir – einen Sofaabend machen oder – so wie Familie Does aus Weinstadt – mal was ganz Neues ausprobieren: Flüchtlinge zu sich nach Hause einladen.

 

Frau Does hatte sich schon vor einigen Wochen als Gastgeberin im Rahmen der Initiative „Willkommen im Ländle“ beworben, d. h. Weinstädter laden Flüchtlinge zu sich nach Hause zum Essen und Kennenlernen ein. Gestern erhielten sie und ihre Familie Besuch von vier jungen Männern aus Pakistan: Junaid (28), Jamshaid (30),  Shazam (21) und Ali (32). Gesprochen wurde auf Englisch und Deutsch und das sehr viel. Die Gäste haben Familie Does außerdem mit einem kleinen Stückchen ihrer Heimat bekannt gemacht und Tee aus Pakistan mitgebracht und zubereitet. Familie Does hat uns verraten, dass diese Sorte Tee mit Milch aufgekocht wird und köstlich schmeckt. Später spielten alle zusammen Karten und hatten eine schöne Zeit miteinander.

Wir möchten uns gerne bei den Gastgebern und den Gästen bedanken und freuen uns, dass es allen so gut gefallen hat! Außerdem möchte ich mich gerne noch bei Herrn Gentgen bedanken, der sich viel um die Neuankömmlinge auf dem Schönbühl und dem Saffrichhof kümmert und diese Begegnung durch seinen Einsatz ermöglicht hat.


Stadt Weinstadt unterstützt die Arbeit des FK Asyl

Artikel aus dem "Blättle" vom 04. November 2015



Willkommen im Ländle

Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe "Freizeit und Integration" starten die neue Initiative "Willkommen im Ländle".

Nutzen Sie die Gelegenheit, neue Menschen kennen zu lernen, bei einem gemütlichen Essen mehr voneinander zu erfahren, Freundschaften zu schließen und einen wichtigen Teil zur Integration unserer neuen Bürger beizutragen!



Möbel und PCs für die Schulungsräume

Die kürzlich renovierten Schulungsräume im Alten Rathaus in Großheppachkonnten inzwischen mit Möbeln und PCs ausgestattet werden.

Herr Schlatterer, der Rektor der Erich-Kästner-Schule hatt nicht mehr benötigte Tische und Stühle angeboten, die eine Flüchtlingsgruppe mit der Unterstützung von Andreas Lenz mit VW Bus samt Anhänger abgeholt und aufgestellt haben.

Die Hardware haben der Geschäftsführer des Elektromarktes Alphatec, Herr Riek und die Fa. Dynaprog AG aus der Heinkelstrasse 4 in Beutelsbach großzügig gespendet.

So war alles gut vorbereitet und am 1.11.2015 haben dann 4 IT-kundige Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Gambia gemeinsam mit Andreas Strobel vom FKAsyl und Michael Kolb, Vorstand der Fa. Dynaprog,  insgesamt 17 PCs aufgestellt und professionell verkabelt.

Die Flüchtlinge werden nun die Chance bekommen, unter fachkundiger Anleitung den Umgang mit dem Computer zu erlernen. Außerdem ist geplant, dass sie mit Hilfe von Sprachlernsoftware selbstständig ihre Deutschkenntnisse vertiefen.



Alphabetisierungskurs in Weinstadt

Am 26.10. konnten 10 Asylbewerber in Weinstadt mit einem Alphabetisierungskurs beginnen.

Das Erlernen der Schrift ist, neben dem gesprochenen Wort,  für die Männer,  die bisher nur das arabische Alphabeth kannten, eine wichtige Sache und ein weiterer großer Schritt dazu, Deutschland zu ihrer neuen Heimat zu machen.



Sitzplatz und Grillstelle im Heuweg

Im Herbst 2016 haben die Bewohner vom Heuweg und einige Mitarbeiter des FK Asyl den im vergangenen Sommer angelegten Garten um eine Sitzgelegemheit mit einer Grilllstelle erweitert.

Die Gestaltung der Außenanlage des Standortes Heuweg wurde mit zahlreichen Spenden und tatkräftiger Hilfe umgesetzt.

Die Bewohner freuen sich nun über die Möglichkeit, Gemüse anzubauen und gemeinsam im Garten Zeit zu verbringen.


Altes Rathaus bekommt neuen Anstrich

Am 24.10. haben die Schüler der Deutschkurse im Standort Heuweg die neuen Klassenräume im alten Rathaus gestrichen!
 
Wir hatten angesichts der zeitgleich stattfindenden Gartenaktion im Heuweg schon Sorge gehabt, ob wir überhaupt genug Helfer haben werden. Das war völlig unbegründet!  Wie verabredet standen -jedenfalls die meisten der-   10 Männer um 9h schon draußen, und da auch die vom Globus Baumarkt gespendeten Materialien schon bereit lagen, konnten wir gleich anfangen. Alle waren sehr motiviert zu arbeiten und es ging unglaublich zügig voran.  Es gab 2 gelernte Maler, die profimäßig die meisten Streicharbeiten ausgeführt haben, aber auch alle anderen waren ununterbrochen beschäftigt mit den vielen Zusatzarbeiten wie abkleben, Schutzfolie auslegen, Farbreste beseitigen und, ja wirklich, Doppelfensterputzen inkl. der Innenscheiben! 
Natürlich gab es auch mal eine Pause mit Essen und Trinken, doch gerade unsere Profimaler, Sarjo und  Dawda, und auch Bakarary und Abdoulie aus Gambia haben den ganzen Tag gefastet wegen ihres islamischen Feiertags "Ashura". Unglaublich, was die 4 ohne jede Stärkung geleistet haben! 
Schon um 16h war alles nicht nur gestrichen, sondern auch schon wieder aufgeräumt,  ausführlichst gesaugt und geputzt.
Die Männer sagten immer wieder, wie gerne sie die Arbeit machen, und dass sie es gut finden, selbst  ihre zukünftigen Schulräume  herzurichten; es sei so schön, endlich mal etwas Sinnvolles tun zu dürfen und eine Aufgabe  zu haben.
 
Wir denken, es war für alle ein beglückender Tag und eine rundrum gelungene Aktion!  Wenn nun noch wie zugesagt am Montag die Tische und Stühle und die Tafeln in die Zimmer kommen, können wir nächste Woche mit dem Unterricht in den neuen Räumen beginnen.


Bericht von der Trauma-Fachtagung

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Eine Radtour durch Weinstadt

Ich habe am Samstag, 9.10.15 mit vier Bewohnern des Asylbewerber-Heimes in Großheppach (Pakistani und Afghanen, dazu noch zwei Deutsche vom Freundeskreis) eine Radtour durch Weinstadt gemacht, um unsere Heimat zu zeigen. Man braucht viel Geduld und ein Gespür für die innere Situation, in der diese Menschen stecken (Angst, Trauer, Trauma, Fremdheit, unrealistische Träume über unser Land), damit so eine Unternehmung zustande kommt. Viele schlafen auch viel und die Vorstellung eines verbindlichen Termins ist vielleicht nicht da. Beim ersten angekündigten Treff zur Fahrradtour eine Woche vorher kam niemand, obwohl einige zuvor zugesagt hatten. Es ist schwer, die Information an die Männer zu bringen, man muss einige persönlich ansprechen, die es dann weitersagen. Ankündigungen am Schwarzen Brett aushängen in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch. Das musste ich erst lernen. Wichtig ist es, sich nicht gleich enttäuscht zurück zuziehen. Wenn schließlich die Begegnung zustande kommt, ist es sehr beindruckend für beide Seiten, die vier waren ganz fröhlich. Außer dass wir herum geradelt sind, habe ich ihnen gezeigt und erklärt, was es in Weinstadt gibt: Altersheime, Schwimmbad, Industriebetriebe, wir haben eine Weinlese gesehen, Schrebergärten, Alte Gebäude aus vergangenen Jahrhunderten, die Verkehrsregeln wurden angesprochen und ausprobiert, wir haben die Stiftskirche von Beutelsbach innen angeschaut und haben darüber gesprochen, dass Menschen mit unterschiedlicher Religion nicht Feinde sein brauchen. Wichtig ist auch, mit ihnen deutsch zu sprechen, denn diese Hürde ist schwer und sie müssen sie schaffen, wenn sie hierbleiben.

 

Rainer Henning